Meinen zweiten Blogbeitrag hatte ich mir komplett anders vorgestellt.

Eigentlich würde ich mich an dieser Stelle jetzt freuen, dass ich offiziell als Ratskandidat für die Kommunalwahl nominiert bin. Eigentlich wollte ich schreiben, dass wir nun offiziell mit Susanne Rutenkröger eine tolle Kandidatin für das Amt der Bürgermeisterin in Bünde haben. Wie gesagt: eigentlich.

Corona bestimmt das öffentliche Leben

Denn auch unsere Delegiertenkonferenz, in der die Nominierungen durchgeführt werden sollten, mussten wir absagen. Damit reiht sich unsere Delegiertenkonferenz in eine Reihe von Veranstaltungen ein, die nicht stattfinden dürfen. Auch die Bünder Lokalpolitik wurde durch die Corona-Krise völlig überrollt. Dass diese Veranstaltung nun nicht stattfinden konnte, ist mir ehrlich gesagt komplett egal. Denn derzeit geht es um viel mehr: um unsere Gesundheit und leider oftmals auch um Leben und Tod. Wir können dabei genauso betroffen sein, wie unsere Großeltern oder unsere Nachbarin.

Das Corona-Virus hat unser Land fest im Griff und bestimmt das tägliche Leben. Das sonst so pulsierende Leben in Deutschland hat sich schlagartig verändert. Das Land steht still. Die Bielfelder U-Bahn-Stationen, die ich täglich passiere, sind komplett verwaist. Staatsgrenzen sind geschlossen, die Glaubens-, und Bewegungsfreiheit ist massiv eingeschränkt, nur die lebensnotwendigsten Geschäfte haben geöffnet. Hier wird der Zugang bewusst reguliert, um Infektionen möglichst zu verhindern. Am Wochenende stand ich zwanzig Minuten an, um für meine Urgroßeltern einkaufen zu gehen. Nur um den Laden überhaupt betreten zu dürfen. Sicherlich war das nicht besonders begeisternd, aber absolut notwendig!

Unser Land steht derzeit nahezu komplett still. Kurzum: dieses Deutschland ist nicht das Land, das ich seit 24 Jahren kenne. Es ist ein Land im Ausnahmezustand, es ist ein anderes Land. Mit allen Mitteln wird derzeit versucht, das Corona-Virus einzudämmen und so Leben zu schützen. Bei uns in Deutschland, in Europa, weltweit.

Unternehmer in der Krise

Was mich in diesen Tagen oft betroffen und nachdenklich macht, ist die Situation von Unternehmern, die ihr Geschäft schließen mussten. Auch sie müssen täglich über die Runden kommen, benötigen Geld für den Einkauf, Geld für die Miete oder haben vielleicht noch einen Kredit für Ihr Eigenheim abzubezahlen. Diese Menschen trifft die Krise besonders hart und mit voller Wucht: Keine Einnahmen aber eine Menge Ausgaben. Allein schon aus beruflichen Gründen habe ich in diesen Tagen mit vielen Unternehmern zu tun, die nicht mehr wissen, wie sie die nächste Zeit überstehen sollen.

Von daher hoffe ich wirklich, dass die von der Bundesregierung versprochene Milliardenhilfe schnell und vor allem unbürokratisch auch bei den Unternehmern hier vor Ort ankommt. Konjunkturpakete in dieser Größenordnung gab es noch nie und es ist zudem einmalig in der Geschichte unseres Landes, dass Gesetze binnen weniger Tage beschlossen werden und auch in Kraft treten. An dieser Stelle zeigt die Politik in diesen Tagen wirklich Entschlossenheit und Einigkeit. Das macht Hoffnung und zeigt auch, dass die vielen Menschen, die nun um ihre Existenz bangen, nicht alleine gelassen werden.

Was bleibt?

Ich bin mir sicher, dass unser Land nach der Corona-Krise nicht mehr das sein wird, welches es vorher war. Einiges wird von dieser Krise bleiben. Was, ist für mich derzeit noch nicht absehbar. Der letzte Blog-Beitrag wird es zu diesem Thema jedenfalls nicht gewesen sein. Da bin ich mir ganz sicher.